Das Wasserballteam der SSG Weil ist in die Jahre gekommen (BZ, 07.05.2026)

Ein harter Kern hält das Wasserballteam der SSG Weil am Leben. In der Badenliga spielen sie auch gegen Frauen. Perspektivisch denkt die SSG nur noch von Saison zu Saison.

Eine Auffrischung gab es für die Weiler Wasserballer zuletzt nur von ausserhalb. (Foto: Mika Volkmann (imago))
Eine Auffrischung gab es für die Weiler Wasserballer zuletzt nur von ausserhalb. (Foto: Mika Volkmann (imago))

Vergleicht man die Aufstellungen von 2016 mit denen von heute, liest man bei den Wasserballern der SSG Weil viele vertraute Namen. Aus den alten Verbandsliga-Zeiten sind neun Spieler weiterhin aktiv. Die Vertrautheit, die gefestigte Gemeinschaft ist ein wertvolles Gut. Doch dies offenbart auch zwei Probleme: Zum einen ist der Kreis etwas kleiner geworden, zum anderen gealtert. 

 

Ein Duo geht bereits auf die 60 zu, zuletzt gab es in Lucas Hennies, den es beruflich ins Dreiländereck gezogen hatte, lediglich einen U-30-Akteur. Punktuell hat das SSG-Team immer wieder eine externe Auffrischung erhalten. Beispielsweise zogen Torwart Maxim Gabai und Center Ricardo Henning berufsbedingt aus Freiburg nach Basel, berichtet Pio Reuter, einer der ewigen Weiler Wasserballer, der zu den Teamkapitänen zählt. 

 

Aus der eigenen Jugend zeichnet sich keine Auffrischung ab. Es fehlt an Quantität für den nachhaltigen Aufbau von Talenten. Es habe durchaus Spieler mit Potenzial gegeben, konstatiert Reuter. Doch der Sprung in den Männerbereich ist sehr groß, generell 'haben sie heutzutage ganz andere Alternativen'. Auch gibt er den Kontrast der Generationen, wenn ein 20-Jähriger in ein Ü-40-Team rücken würde, zu bedenken.

 

Den Ausfall von Top-Torjäger Markus Florian ist nicht zu kompensieren 

 

Seit drei Jahren spielt die SSG in der Badenliga unterhalb der Verbandsliga. In der Vorsaison 'sind wir mit ein bisschen Dusel Meister geworden', meint Reuter und nennt heuer Platz drei der Sechserstaffel als Ziel. Mehr ist nicht möglich, 'wir gehen personell auf dem Zahnfleisch'. Allen voran, dass Center und Top-Torjäger Markus Florian 'bis auf Weiteres ausfällt', sei ein herber Schlag und nicht zu kompensieren. 

 

Wie in den vorherigen Bezirksliga-Jahren tritt die SSG in der Badenliga in einer Mixedstaffel an. Bei einigen Teams spielen Frauen mit, was bei Weil bisher nicht der Fall war. Dabei gibt es Trainings mit den Erstliga-Wasserballerinnen des Partnervereins WSV Basel, 'sie wären auch nicht abgeneigt', sagt Reuter. Doch scheut die SSG das Verletzungsrisiko, auch weil es Nationalspielerinnen in Basel gibt. Er selbst, sagt Reuter, spiele nicht so gerne gegen Frauen. Es hemme die eigene Spielweise in einer körperbetonten Sportart; wobei nicht jede Spielerin physisch im Nachteil sei. 

 

Mit dem Lagunabad hat die SSG eine 'luxuriöse Situation'

 

In einem Punkt verfügen die Weiler über sehr gute Voraussetzungen. Mit dem Lagunabad befinde man sich 'in einer luxuriösen Situation', spricht Reuter von einer 'seit Jahren eingespielten' Beziehung und reibungsloser Terminplanung. Er kennt die Probleme anderer Vereine, die um Trainings- und Spielzeiten kämpfen müssen. Das gestalte sich sogar am Olympiastützpunkt Heidelberg diffizil. 

 

In die Kurpfalz reisen die Weiler an diesem Samstag. Im Spiel bei Primus SGW Leimen/Mannheim II ginge es mit einem siebenköpfigen Mini-Aufgebot darum, 'den Schaden zu begrenzen', sagt Reuter. Gegen die Top-Teams Leimen (7:10) und SGW Durlach/Ettlingen II (5:16) bezog die SSG ihre beiden bisherigen Saisonniederlagen, denen ein Sieg (20:8 gegen Wfr. Gemmingen) gegenübersteht. 

 

Den Blick richtet Reuter auf das Heimderby gegen den SSV Freiburg II am 14. Juni. Und wie ist die Perspektive über die Runde hinaus? Die Altersstruktur der Mannschaft, der Ausfall von Torjäger Florian, der Mangel an Nachwuchs - die Weiler Wasserballer befinden sich in einer schwierigen Situation. 'Wir schauen von Saison zu Saison', sagt Reuter.