Acht Jahre lang die Nummer eins der Wasserball-Nationalmannschaft (BZ, 02.04.2016)

BZ-SERIE BEKANNTE WEILER: Zuhause am Mühlenrain denkt Alexander Kempf gern an die Zeit zurück, als er als Leistungssportler um die Welt reiste.

Alexander Kempf  (Foto: Merstetter)
Alexander Kempf (Foto: Merstetter)

WEIL AM RHEIN (mme). Dafür, dass Alexander Kempf zuerst tauchen statt schwimmen lernte, hielt er sich später erstaunlich gut über Wasser, was besonders für einen Torhüter im Wasserball wichtig ist. Eine ganze Kiste mit Medaillen und Urkunden zeugt von den Erfolgen des aktuellen Verbandsliga-Torhüters der SSG, der acht Jahre lang die Nummer eins der deutschen Nationalmannschaft war.

Der Mühlenrain ist bis heute die Heimat des am 4. März 1975 geborenen Altweilers. Wie viele Weiler Schwimmer durchlief er die Schule von Gretel Schumann und Ruth Lutomski. Als Schwimmer in den Disziplinen Kraul und Delphin wurde er badischer Meister, und da er groß und kräftig war und keine Angst vor dem Ball hatte, erhielt er bereits mit zehn von Bela von Zoltan Wasserball-Sondertraining. Bald kam er in den Jugend- sowie auch in den nationalen Junioren C-Kader. Zwei Berufswünsche hatte er damals, davon machte er Koch zum Hobby und Schreiner zum Beruf.

Dafür, dass sein Lehrherr Bäuchle viel Verständnis für die sportbedingten Auszeiten hatte, ist er heute noch dankbar. Durch das intensive Training mit fünf Wasser- plus zwei Einheiten Krafttraining pro Woche, was Bedingung für eine sportliche Förderung war, musste er zu den "Old Boys Basel" wechseln. 1994 wurde er als Sportler des Jahres von der Stadt geehrt, mehrere Male mit der Mannschaft sollten folgen. 21-jährig stand er im A-Kader zur Vorbereitung auf die Olympiade in Atlanta. Als Zeitsoldat und Nationaltorhüter genoss er optimale Bedingungen in Warendorf, der Sportschule der Bundeswehr. Spielberechtigt war er währenddessen für den SSV Esslingen.


Auch heute schwärmt er noch von den Reisen als Nationalspieler und von Erlebnissen wie an Weltmeisterschaften in Kairo und Dünkirchen, genauso wie an Wettkämpfe in der Wasserballhochburg Ungarn oder bei der Militär-WM in Rom, als sogar ein Besuch bei Papst Johannes Paul II. möglich war. Er genoss die Zeit, wenn die Nationalhymne gespielt wurde und er die Trainingsjacke mit dem Adler auf der Brust tragen konnte. Genauso die ganzen Vorzüge, die die Sponsoren möglich machten. Dafür unterdrückte er manche Schmerzen, um dabei sein zu können. 2008 kehrte Alexander Kempf zur SSG zurück.

Einen Arbeitsplatz hatte er in der Schweiz, zudem stand der Hausbau in seiner Heimat am Mühlenrain an. War früher eher das Motorradfahren sein Hobby, so sind es heute seine beiden Söhne Philip und Benjamin. Zudem stehen immer wieder Reisen nach Finnland, in die Zweitheimat seiner Frau Anna an. Dort genießen sie zusammen die Schönheit der Natur und das Loslassen vom Alltag.