Vorne wie hinten stark (Badische Zeitung, 01.03.2017)

Weiler Wasserballer führen Verbandsliga ungeschlagen an / Ex-Nationaltorhüter Alexander Kempf vor Wechsel in die Schweiz.

„Möchte nochmal höherklassig spielen“: Keeper Alexander Kempf steht der SSG erst einmal nicht mehr zur Verfügung. ( Foto: Archiv:  Meinrad Schön)
„Möchte nochmal höherklassig spielen“: Keeper Alexander Kempf steht der SSG erst einmal nicht mehr zur Verfügung. ( Foto: Archiv: Meinrad Schön)

WASSERBALL Verbandsliga (zok). Die Bilanz makellos, mit sieben Siegen bereits jetzt so viele wie in der vergangenen Runde und den Klassenerhalt praktisch sicher – die Verbandsliga-Saison läuft für die Wasserballer der SSG Weil bisher perfekt. Nach dem 20:16-Sieg gegen die Wasserfreunde Gemmingen thront der Verein weiter an der Tabellenspitze.

Der Erfolg fußt einerseits auf einer starken Offensive, bereits dreimal erzielte die SSG 20 oder mehr Treffer. Andererseits sei das Team gerade vor dem Jahreswechsel "defensiv extrem stark" gewesen, so Spielertrainer Pio Reuter. Doch muss das Weiler Prunkstück mittlerweile ohne seinen Schlüsselspieler auskommen: Alexander Kempf, das Bollwerk im Kasten. "Er möchte nochmal höherklassig spielen", sagt Reuter. Der ehemalige Nationaltorhüter, der am Samstag 42 Jahre alt wird, liebäugelt mit einem Wechsel zum SV Basel, für den er schon früher aktiv war. Die Entscheidung des Leistungsträgers sei nachvollziehbar, betont Reuter. Um etwaige Lizenzierungsprobleme in der Schweiz zu vermeiden, steigt Kempf derzeit nicht mehr für Weil ins Becken.

Gegen Gemmingen rückte daher erstmals in dieser Saison der altgediente Jürgen Benz ins Tor. Dass die Gäste 16 Tore erzielten und regelmäßig aus der zweiten Reihe trafen, liege auch an der Umstellung. "Die muss erst greifen", so Reuter. Zudem "hätten wir besser verteidigen können". Dennoch war der siebte Heimsieg ungefährdet, und wäre Torjäger Markus Florian nicht durch Spielausschluss verlustig gegangen (15.), wäre der Erfolg am Samstag wohl klarer ausgefallen.

Tags darauf musste die SSG erneut ran, im Viertelfinale des BW-Pokals gegen den Zweitligisten PSV Stuttgart war Endstation. "Trotzdem ein gutes Spiel von uns", sagte Reuter nach der 13:23-Niederlage. Zur Pause lag die SSG nur ein Tor zurück, ehe die jüngeren Gäste "uns davon geschwommen sind". Konditionell hat das Weiler Team noch Luft nach oben. Doch der Kader ist klein, die Leistungsträger – meist über 35 Jahre alt – sind verstärkt im Einsatz, was an die Substanz geht.

Auch bei sieben Siegen dürfen die unteren Plätze noch nicht komplett aus den Augen gelassen werden, doch um den Klassenerhalt macht sich Reuter keine Sorgen, dank der Heimstärke hat sich Weil ein dickes Polster zugelegt. Und wie schaut’s mit einem Oberliga-Aufstieg aus? Eigentlich hegt die SSG "durch den Kader bedingt keine Ambitionen", sagt Reuter. Die Weiler blicken entspannt nach vorne: Hält der Erfolg auch in der Fremde an, kann sich die SSG mit diesem Thema noch immer genauer befassen.

SSG Weil – Wfr. Gemmingen 20:16 (6:4, 8:4, 4:5, 2:3)

Tore SSG: Reuter 6, Wittner 5, Hofmann 3, Armbruster 2, Schwer 2, Florian 1, Schumann 1.

SSG Weil – PSV Stuttgart 13:23 (3:4, 4:4, 2:8, 4:7)

SSG: Wittner 6, Florian 3, Reuter 2, Schwer 2.